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Palmwein und das erste Mal in der Disko

September 9th, 2008. Published under Gabon. No Comments.

Am Samstag (05.09.) waren wir nachmittags Simon (deutscher Medizinstudent aus Mainz) am Cap besuchen. Er wohnt dort bei Tonton Nhou (einem Onkel von Yannick). Dort haben wir uns bei ein paar Gläsern Palmwein gut unterhalten und anschließend gab es Abendessen. Palmwein ist irgendwie anders als alles, was ich bis jetzt getrunken habe und daher vom Geschmack schwer zu beschreiben. Er schmeckt wohl auch immer anders, je nachdem von wo er kommt und wie lange er gegärt hat.
Hier mal kurz wie Palmwein gemacht wird: Man sucht sich eine schon ziemlich große Palme und fällt sie. Dann hackt man einen Teil aus dem horizontal liegenden Stamm heraus und bohrt von dieser Vertiefung ausgehend ein Loch in Richtung Boden. Durch dieses Loch tropft dann der Palmsaft. Der Palmsaft ist sehr süß und wird auch so einfach getrunken. Um Palmwein zu erhalten, stellt man unter das Loch einen Kanister mit Holzstückchen darin. Durch das Holz – oder vielmehr die Viecher darin -  wird der Zucker zu Alkohol vergärt. Das Ganze lässt man dann über Nacht stehen und hat dann so ein 4-5%iges Gesöff – den Palmwein.

Am Abend oder vielmehr nachts sind wir dann noch zum ersten mal in eine Disko gegangen. Hier geht man erst sehr spät weg, kommt dafür aber auch erst sehr spät wieder heim. Wir sind erst nachts um 01:15 Uhr überhaupt losgegangen und waren früh so um 07:00 Uhr wieder zu Hause. Colbert hat uns (Yannick, Tonton Nhou mit einem Freund und mich) mit dem Auto mitgenommen. Wir sind dann erst ins „Boomerang“. Es gibt hier schon einige Diskos in Libreville. Manche mit Eintritt so zw. 8 und 10 €, bei anderen kostet der Eintritt aber nichts. Das „Boomerang“ war sehr westlich eingerichtet und es gab auch mehr oder weniger die gleichen Getränke. Hier mal ein Überblick über die Preise. Wir haben ein paar Flaschen Wein getrunken, wobei eine Flasche 15 € gekostet hat. Man kann dort alles in Flaschen bestellen also z.B. auch eine Flasche Jack Daniels oder Baileys oder halt ein Glas von irgendetwas. Eine Flasche Wodka kostet so um die 60 €, eine Flasche Champagner über 120 €. Es scheint üblich zu sein, dass man sich als Gruppe einfach z.B. eine Flasche Wodka bestellt und dazu dann was zum mischen. Bier und Alkopops sind deutlich billiger als bei uns. Ich hab z.B. noch ein Smirnoff Ice für 3 € getrunken.
Der Schuppen war ziemlich voll und wir haben erst keinen Platz gekriegt. Ich war der einzige Weiße, wurde aber, soweit ich das beurteilen kann, nicht irgendwie komisch angeschaut. Am Anfang saßen wir einfach an unserem Tisch und haben gemütlich was getrunken. Nach einer Zeit kam eine Gruppe von Mädels zu uns, die uns den ganzen Abend „verfolgt“ hat. Das war echt einfach „anders“. Die kamen einfach her und haben uns mit auf die Tanzfläche gezerrt und man konnte sich gar nicht wehren. Ich habe schon von ein paar Leuten die Frage gestellt bekommen, wie die Mädels mich als Weißen so finden. Das konnte ich bis jetzt nicht wirklich beantworten. Nach was ich an dem Abend in der Disko erlebt habe, würde ich sagen, dass sie Weiße schon „interessant“ finden.
Als wir dann zu einer anderen Disko „fliehen“ wollten, kam die Mädelsgruppe einfach mit. Die nächste Disko „La sixième Dimension“, war eigentlich ähnlich.
Von der Musik die gespielt wurde, fand ich es eigentlich ganz gut. Es kam irgendwie von allem ein bisschen. Viel westliches (Rap, Hip-Hop, Pop, House, Trance) aber auch afrikanisches.
Insgesamt war es echt ein super Abend, obwohl die Mädels schon aufdringlich waren und das hat irgendwann einfach genervt. Ich hab ohne Probleme 30 € ausgegeben und so viel hab ich gar nicht getrunken. Billiger als Tübingen ists also nicht wirklich. Zu oft kann ich so was also nicht machen, weil es einfach zu teuer ist.

Den Sonntag (06.09.) haben wir dann hauptsächlich zum regenerieren gebraucht ;-) und einfach „nichts“ gemacht.

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