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		<title>Kurzes Update</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 21:31:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[Leider ist es ja auf der Seite schon seit längerem etwas ruhig geworden. Ich hoffe, dass ich die Zeit und Motivation finde noch ein paar Berichte zu schreiben, wenn ich wieder in Deutschland bin.  Leider kann ich keine Bilder mehr hochladen und auch keine langen Texte schreiben, weil ich meinen Laptop einem Freund in Gabun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider ist es ja auf der Seite schon seit längerem etwas ruhig geworden. Ich hoffe, dass ich die Zeit und Motivation finde noch ein paar Berichte zu schreiben, wenn ich wieder in Deutschland bin.  Leider kann ich keine Bilder mehr hochladen und auch keine langen Texte schreiben, weil ich meinen Laptop einem Freund in Gabun verkauft habe und die Verbindung hier sowieso zu schlecht ist.</p>
<p>Hier nur mal ein kurzes Update, was ich in Gabun noch so erlebt habe:</p>
<ul>
<li>Judith und Josef (Studienfreunde aus Tübingen) kamen mich besuchen und zusammen haben wir eine Famulatur auf der Notaufnahme des Militärkrankenhauses in Libreville gemacht.</li>
<li>Zusammen mit der ganzen Familie (Mama, Papa, Ena und Flo) haben wir eine beeindruckende Tour durch Gabun gemacht.</li>
<li>Danach folgte eine weitere Famulatur im Militärkrankenhaus. Diesmal auf der Gyäkologie.</li>
<li>Ende Mai bin ich dann von Libreville nach Lambaréné umgezogen, wo ich ein fünfwöchiges Praktikum im Forschungslabor vom Albert-Schweitzer-Krankenhaus gemacht habe.</li>
<li>Ende Juni folgte dann der Abschied und ich musste mit einem weinenden und einem lachenden Auge Gabun hinter mir lassen.</li>
</ul>
<p>Seit knapp zwei Wochen bin ich nun in Burkina Faso:</p>
<ul>
<li>Nach drei Tagen in der Hauptstadt Ouagadougou, mit Visumsantrag und viel Stadt anschauen, bin ich gen Süd-Westen Burkinas weitergereist.</li>
<li>Dort bin ich seitdem in Bobo-Dioulasso. Ich famuliere vormittags im Krankenhaus von Bobo und nachmittags hab ich Zeit die Stadt und die Umgebung zu entdecken.</li>
</ul>
<p>Natürlich kann man vieles nicht verallgemeinern und zwei Wochen sind auch zu kurz sich ein fundiertes Urteil zu erlauben. Trotzdem ein paar erste Eindrücke:</p>
<ul>
<li>Sehr viele nette, freundliche und offene Menschen.</li>
<li>Wenn ich durch Bobo laufe, um mich etwas umzusehen und die Stadt kennen zu lernen, wird alle paar Minuten versucht mir etwas zu verkaufen.</li>
<li>Ich treffe überall auf &#8220;Kunst&#8221;. An jeder Ecke gibt es Läden die Kunstgegenstände verkaufen. Überall höre ich Bongo-getrommel und viele wollen mir als &#8220;Guides&#8221; die Stadt zeigen oder mir Bongounterricht geben. Das kann manchmal ermüdend sein.</li>
<li>Die Natur ist unglaublich schön. Burkina bietet dichten Wald bis Sahel-Wüste.</li>
<li>Schon jetzt bestätigt sich der Eindruck, den einem die Fakten nahe legen. Burkina ist ein unglaublich armes Land. Nach dem &#8220;Human Development Index&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index" target="_blank">HDI</a>) der Vereinten Nationen, liegt Burkina Faso aktuell auf Platz 176 von 177 untersuchten Ländern. Es gibt viele bettelnde Kinder und viele hausen unter erbärmlichen Umständen. Die Bedingungen im Krankenhaus sind nochmal deutlich dramatischer als in Gabun.</li>
</ul>
<p>Ich werde bis Anfang August hier im Krankenhaus famulieren und anschließend noch zwei Wochen durch den Süd-Westen und die nördliche Sahelzone reisen.</p>
<p>Am 19. August geht dann mein Flieger von Ouagadougou nach Paris. Ich bleibe dann noch einen Tag in Paris, um mich mit französischen Freunden zu treffen. Am 20. August werde ich dann abends in Nürnberg ankommen.</p>
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		<title>Babyschildkröten auf Pointe Denis</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 17:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach meinem letzten, etwas kritischen Eintrag, möchte ich jetzt wieder zur unglaublichen Schönheit dieses Landes kommen. Am Wochenende vom 31.01. auf den 01.02. war ich mit Verena, Philipp und Michael (deutsche Freunde aus Lambaréné) auf Pointe Denis. Wir waren in der Assala Lodge, einer relativ schicken Bungalowsiedlung weiter im Süden von Pointe Denis. Der Besitzer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach meinem letzten, etwas kritischen Eintrag, möchte ich jetzt wieder zur unglaublichen Schönheit dieses Landes kommen.<br />
 <span id="more-219"></span>Am Wochenende vom 31.01. auf den 01.02. war ich mit Verena, Philipp und Michael (deutsche Freunde aus Lambaréné) auf Pointe Denis. Wir waren in der Assala Lodge, einer relativ schicken Bungalowsiedlung weiter im Süden von Pointe Denis. Der Besitzer alleine ist schon die Reise wert: Ein Macho wie man ihn sich besser nicht  vorstellen könnte: Lange dunkle Haare, sonnengebräunt (in einem früheren Leben war er mal ein „weißer“ Franzose), fährt einen riesigen schwarzen Hummer, hat eine Stewardess zur Frau&#8230; (die Liste könnte noch viel weiter gehen) <br />
 Nach einem schönen Tag am Strand sind Michael und ich so um 21:00 Uhr aufgebrochen um auf Babyschildkrötensuche zu gehen. Von Dezember bis Ende Februar schlüpfen die Schildkröten aus den vergrabenen Eiern am Strand, buddeln sich aus und robben ins Meer. Das ganze tun sie nachts, wahrscheinlich um natürlichen Feinden zu entgehen.<br />
 Nach zweistündiger Wanderung liefen wir Tiphaine, eine braungebrannte französische Biologin, über den Weg,  die gerade dabei war eine Babyschildkröte ins Wasser zu begleiten. Normalerweise orientieren sie sich am Mondlicht, durch die Lichtverschmutzung der Menschen finden sie aber wohl öfters nicht ins Meer. So patroulliert sie jede Nacht am Strand und hilft den kleinen Schildkröten mit einer Taschenlampe den Weg ins Meer zu finden. Die Schildkröte war wirklich extrem süß und bewegte sich nur im Schneckentempo vorwärts und legte immer wieder Verschnaufpausen ein. Tiphaine erklärte uns, dass das Schlüpfen und Ausbuddeln so anstrengend sei, dass dann für den Weg ins Meer kaum noch Kraftreserven übrig bleiben.<br />
 Wir liefen dann weiter zu einem kleinen eingezäunten Bereich, wo die Biologen selbst Eier vergraben hatten, um die Brutdauer und weitere Parameter zu untersuchen. Es waren gerade mehrere Schildkrötenbabys am Schlüpfen. Außer Tiphaine waren noch zwei gabunische Helfer da, die leider nicht viel über die Schildkröten wussten und uns kaum eine unserer Fragen vernünftig beantworten konnten. Gleichzeitig mit uns war eine Grundschulklasse da. Tiphaine war sehr darauf bedacht, dass man die Schildkröten nicht zu sehr störte. Als sie sich dann irgendwann wieder auf den Weg machte, machten ihre gabunischen Helfer genau das Gegenteil. Sie gaben die Schildkröten den Kindern in die Hände, es wurden Photos gemacht und die Schildkröten angeleuchtet. Nachdem die armen Schildkröten von den Kindern malträtiert wurde, durften wir sie auch noch mal kurz halten.<br />
 Nach dem tollen Erlebnis machten wir uns dann auf den Rückweg. Der Rückweg war wirklich lang, es war stockfinster und irgendwann kam uns alles so unbekannt vor. Wir trösteten uns damit, dass das bestimmt daran liege, dass Ebbe sei. Irgendwann waren wir uns dann aber sicher, dass wir einfach zu weit gelaufen waren. Wir drehten um und kamen erst um 03:30 wieder bei unserer Lodge an. Todmüde fielen wir ins Bett.<br />
 Am nächsten Tag entspannten wir noch am Strand und fuhren dann nachmittags wieder nach Libreville.</p>
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		<title>Das CHL &#8220;en grève&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 16:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 19.01. habe ich eine Famulatur auf der Intensivstation im CHL (Centre Hospitalier de Libreville, wo ich auch schon 2 ½ Monate auf der Inneren Medizin famuliert habe) angefangen. Ich wusste schon, dass das CHL vom „personel paramedicaux“, also dem nichtärztlichen Personal (Pflege, technische Assistenten,&#8230;) bestreikt wird und deswegen nur ein „service minimum“ gewährleistet wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 19.01. habe ich eine Famulatur auf der Intensivstation im CHL (Centre Hospitalier de Libreville, wo ich auch schon 2 ½ Monate auf der Inneren Medizin famuliert habe) angefangen. Ich wusste schon, dass das CHL vom „personel paramedicaux“, also dem nichtärztlichen Personal (Pflege, technische Assistenten,&#8230;) bestreikt wird und deswegen nur ein „service minimum“ gewährleistet wird.<span id="more-215"></span></p>
<p>Dass dies aber heißen sollte, dass keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden sollten, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht.<br />
 So bekam ich in meiner 1-monatigen Famulatur sage und schreibe 4 Patienten zu sehen. Die Intensivstation wurde komplett geschlossen. Zwei Wochen später wurde &#8211; bis auf die Notaufnahme &#8211; das komplette Krankenhaus geschlossen. Das CHL ist die größte und wichtigste medizinische Einrichtung im gesamten Land, weil es vergleichsweise günstig und somit der breiten Bevölkerung zugänglich ist. Streikgründe waren unter anderem die schlechten Arbeitsbedingungen und das zu geringe Gehalt. Bis heute dauert der Streik an. Das heißt das CHL ist jetzt schon sage und schreibe 4 Monate &#8220;en grève&#8221;.<br />
 Am Anfang kam noch die komplette Ärzteschaft und auch die Studenten trotz des Streiks regelmäßig auf Station. Es wurden klinische Fallbeispiele besprochen und Referate zu medizinischen Themen gehalten. Sonst unterhielt man sich oft über Sinn und Zweck des Streiks und Politik. Zwei Wochen später ließ die Motivation aber bei allen beteiligten nach und „man schaute halt mal auf Station vorbei“. Am Ende meiner Famulatur wurde die Pforte zur Station nicht mehr aufgeschlossen und es kam kein Mensch mehr.<br />
 In meiner Zeit auf der Intensivstation habe ich daher mehr über Land, Leute und das politisches System gelernt als über Medizin. Es ging nur schwer in meinen Kopf wie sich ein solcher Zustand ergeben kann. Einmal mehr &#8211; wie bei so vielen Missständen in diesem Land &#8211; konnte aber wieder die Korruption mit ihren durchdringenden Seilschaften in Politik und öffentlichem Leben als Verursacher ausgemacht werden. Ich war wieder einmal erschrocken, dass mehr oder weniger alle Menschen, mit denen ich darüber geredet habe, mir die gleichen Gründe nannten, die gleichen Probleme identifizierten und sich über die aktuelle Situation beschwerten. Als ich oft naiv sagte: „Dann ändert doch was!“ bekam ich nicht mehr als ein lächeln. Dieses korrupte System hat sich in diesem Land über lange Zeit entwickelt und es profitieren viele Menschen davon, die etwas ändern könnten. Fast jeder hat in der Familie &#8211; und die „afrikanische“ Familie ist ja bekanntlich groß &#8211; jemanden, der im System steckt und davon profitiert. Es ist wirklich frustrierend zu sehen, wie das gabunische Volk vor der Korruption kapituliert hat. Jeder große Oppositionelle ist bis heute entweder ausgewandert oder hat irgendwann seine Ideale verkauft, sitzt als einer der 29 Minister mit dem Präsidenten am Tisch und ist Teil dieses Systems geworden. Er fährt dann seinen Porsche Cayenne und braucht sich keine Sorgen um seine und die Zukunft seiner Kinder zu machen. Diese werden egal ob intelligent oder nicht an einer angesehenen Universität im Ausland studieren und „Chef“ von irgendetwas in Gabun werden. Sei es in der „freien“ Wirtschaft oder in der Politik. Sie werden nicht „Chef“ weil sie die größte Qualifikation oder Eignung für diesen Posten mitbringen, sondern weil ihr Vater der Minister im Hintergrund ist und die entsprechenden Leute kennt. Dass ein solcher „Chef“ dann ein Unternehmen oder eine andere Einrichtung gut führt ist natürlich fraglich, zumal „Chef“ sein hier heißt „ich muss weniger arbeiten und darf kommen und gehen wann ich will“.<br />
 Bei dieser erdrückenden Realität ist es erstaunlich wie lebensfroh die meisten Gabuner sind und sich trotz allem mit der Situation arrangieren.</p>
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		<title>Ethikseminar und Lambaréné</title>
		<link>http://www.dr-d.de/2009/03/ethikseminar-und-lambarene/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 22:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Januar kamen 3 Medizinethikdozenten (2 aus Tübingen und einer aus Hannover) und der Auslandsbeauftragte der medizinischen Fakultät Tübingen nach Gabun, um hier ein Ethikseminar zu organisieren. Eigentlich sollte dieses Seminar eine ganze Woche gehen, wurde dann aber auf einen Tag gekürzt und in Lambaréné statt in Libreville abgehalten, weil es auf gabunischer Seite mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Januar kamen 3 Medizinethikdozenten (2 aus Tübingen und einer aus Hannover) und der Auslandsbeauftragte der medizinischen Fakultät Tübingen nach Gabun, um hier ein Ethikseminar zu organisieren. Eigentlich sollte dieses Seminar eine ganze Woche gehen, wurde dann aber auf einen Tag gekürzt und in Lambaréné statt in Libreville abgehalten, weil es auf gabunischer Seite mal wieder &#8220;größere organisatorische Probleme&#8221; gab.</p>
<p><span id="more-205"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Der Aufenthalt der Gruppe in Libreville ist Teil eines <a title="DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst" href="http://www.daad.de/">DAAD</a> Projekts, in dessen Rahmen Lehre und angewandte Medizinethik in Gabun entwickelt und gefördert werden sollen. An der medizinische Fakultät in Gabun gibt es noch kein Ethikinsitut und so haben die Studenten auch keinen Kurs der Medizinethik. Genausowenig gibt es Ethikkomitees an den Krankenhäusern, die sich mit schwierigen klinischen Fällen befassen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am Dienstag (20.01.) habe ich die Gruppe am Flughafen abgeholt und danach sind wir noch zusammen Essen gegangen. Sie waren alle sehr interessiert, was ich von meinen Erfahrungen aus dem Krankenhaus zu berichten hatte. Besonders interessierten sie natürlich die ethischen Aspekte, so z.B. wie das Arzt-Patient Verhältnis hier ist und wie mit den knappen Ressourcen umgegangen wird.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am Donnerstag (22.01.) fand dann das Ethikseminar in Lambaréné statt. Es war eine bunt gemischte Gruppe: Krankenschwestern, Professoren, Medizinstudenten und Doktoranden. Das Thema war &#8220;éthique de la recherche biomedical au Gabon&#8221;, also Ethik der biomedizinischen Forschung in Gabun. Nach kurzen Einführungen wurden Fallbeispiele vorgestellt und diese anschließend in Gruppen diskutiert.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Hier ein Beispiel:</p>
<p>Westliche Pharmakonzerne führen große klinische Studien zur Zulassung von Medikamenten in Afrika durch, auch wenn die Zielgruppe für das Medikament oft der reiche Westen ist. Dies wird gemacht, weil klinische Studien in Entwicklungsländern billiger organisiert werden können, sich leichter Probanden rekrutieren lassen und manche Medikamente nicht aufwendig gegen schon verfügbare Medikamente getesten werden müssen sondern das neue Produkt gegen ein Plazeboprodukt verglichen werden kann. Bei einem kleinen Rollenspiel zu dieser Problematik wurden Pro- und Contra-Gruppen gebildet, die die Position der Pharmakonzerne bzw. der afrikanischen Länder vertreten sollten. Dabei fand ich es wirklich erstaunlich, dass einige der anweseneden Gabuner auch nach diesem Rollenspiel, in wirklich grundlegenden Fragen andere Positionen vertraten als der &#8220;Durchschnittseuropäer&#8221; und dem Westen eine Art &#8220;ethischen Imperialismus&#8221; vorwarfen, indem dieser dem Rest der Welt seine ethischen Vorstellungen aufdoktriniert. Ich bin selbst immer davon ausgegangen, dass es nicht verschiedene ethische Maßstäbe für Europa und Afrika geben kann &#8211; sprich eine klinische Medikamentenstudie, die bei uns aus ethischen Gründen nicht gemacht werden kann, sollte auch in Afrika nicht gemacht werden können. Dies wurde von einem Gabuner, mit dem ich mich noch länger unterhielt wehement verneint. Er meinte, dass man unsere ethischen Maßstäbe nicht ohne weiteres auf Afrika übertragen kann, weil sich hier durch Tradition und Kultur ein anderes Menschenbild entwickelt hat und darin die Gruppe oft mehr zählt als das Individuum. Es herrscht also grob ein utilitaristischer Konsens in der Bevölkerung, dem das Individualwohl untergeordnet wird. Daraus entstehen auch in der Realität komische Konstellationen. Pharmafirmen bekommen das OK von afrikanischen Ländern und deren Ethikkomitees, dort Studien durchzuführen, weil das Land durchaus davon profitiert. Es sind nun oft westliche Ethiker, die diese Studien anprangern und von Ausnutzung und Missbrauch der ärmeren Länder sprechen, obwohl sich die Afrikaner oft gar nicht übergangen oder benachteiligt fühlen.</p>
<p>Nach dem Ethikkurs wurden die Diskussion bei einem gemeinsamen Essen fortgesetzt. Es war ein sehr interessanter Tag, mit ganz neuen Einblicken in gabunische Wertvorstellungen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Ich bin dann noch bis Sonntag in Lambaréné geblieben. Am Freitag war ich nun schon zum dritten Mal im Albert Schweitzer Museum, aber ich habe wieder neue Sachen entdeckt. Abends war eine kleine Party von den &#8220;Schweitzern&#8221; (die Leute, die beim Albert-Schweitzer-Krankenhaus arbeiten) und am Samstag haben wir eine Bootstour zu einem nahegelegenen See (Lac Evaro) gemacht. Dabei sind wir erstmal ca. 2 Stunden auf dem riesigen Ogooué flussabwerts gefahren. Die Natur war wieder sehr beeindruckend. Den breiten Fluss säumte rechts und links der mächtige Regenwald in den bzw. aus dem heraus immer wieder bunte Vögel flogen. Am Lac Evaro angekommen besichtigten wir ein verlassenes Hotel auf einer Insel. Der Besitzer ist 2007 gestorben und es hat sich bis jetzt niemand gefunden, der dieses Hotel weiter führen will. Es war nur ein Wachmann auf der Insel. Er wechselt sich mit ein paar anderen ab, die alle jeweils für einen Monat alleine auf diese einsame Insel gebracht werden und dort ohne Strom und fließend Wasser das verlassene Hotel bewachen. Es herrschte eine komische Stimmung, weil alles noch relativ gepflegt und neu aussah, aber einfach kein Mensch da war. Wie als wäre das Hotel hastig verlassen worden. Es werden immer wieder Besucher dorthin gebracht, weil die Familie des verstorbenen Besitzer hofft so einen Käufer zu finden. Wir hatten etwas zu Essen mitgebracht und vesperten dort gemütlich bei absoluter Stille. Auf dem Rückweg dämmerte es schon und wir genossen die Abendstimmung auf dem tollen Ogooué Fluss.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am Sonntag nach ausführlichem Brunch bei Nicole und Matthias vom Schweitzer Labor ging es dann wieder nach Libreville.</p>
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		<title>Libreville, Nyonié und Lambaréné &#8211; Die restliche Zeit mit Hannah</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 12:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[Die erste Woche im neuen Jahr haben Hannah und ich eher ruhig und gemütlich in Libreville verbracht. Wir waren mehrmals abends in kleinen Straßenrestaurants essen und tagsüber mal ein bisschen in der Stadt unterwegs. Am 03.01. waren wir bei einem &#8220;spectacle de danse&#8221;, also einer Tanzaufführung im Centre Culturel Français (CCF). Dazu hatte uns eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste Woche im neuen Jahr haben Hannah und ich eher ruhig und gemütlich in Libreville verbracht. Wir waren mehrmals abends in kleinen Straßenrestaurants essen und tagsüber mal ein bisschen in der Stadt unterwegs. Am 03.01. waren wir bei einem &#8220;spectacle de danse&#8221;, also einer Tanzaufführung im Centre Culturel Français (CCF). Dazu hatte uns eine Kommilitonin eingeladen, die in dieser Gruppe tanzt.</p>
<p><span id="more-200"></span>Ich habe ehrlich gesagt nichts großartiges erwartet, weil ich mir dachte, dass das ja so eine Hobby-Tanzgruppe ist und die das Ganze sicherlich nicht sonderlich professionell betreiben. Wir waren dann aber wirklich begeistert, weil es einerseits sehr vielseitig war, von Hip-Hop über afrikanischen Tanz bis zu klassischen Tanz wurde alles geboten, und die Mädels andererseits einfach wirklich gut tanzten. Nach jedem Stück erschienen die Tänzerinnen in komplett neuen Outfits, je nachdem zu was sie tanzten. Auch die Stimmung im Saal war richtig gut. Leider ging die Vorstellung nicht so lange und hörte irgendwie auch ziemlich abrupt auf, also ohne Zugabe und die Tänzerinnen kamen auch nicht nochmal alle zusammen auf die Bühne.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am 07.01. sind wir nach Nyonié aufgebrochen. Das ist ein winziger Ort, auf der dem Atlantik zugewandten Seite der Halbinsel vor Libreville. Dort kann man bei einer Bungalow-Anlage ein Komplettpaket buchen, bei dem dann wirklich alles mit drin ist. Man wird mit einem Boot an einem kleinen Libreviller Hafen abgeholt, übernachtet dort in Bungalows direkt am Meer, kann an Safaris teilnehmen, bekommt Essen und Trinken und wird am nächsten Tag wieder nach Libreville verschifft.</p>
<p>Die Überfahrt war bereits sehr schön. Die Halbinsel ist auf der Libreviller Seite extrem verzweigt mit vielen Buchten und dazu extrem dicht bewachsen. Bäume dringen mit ihren Wasserwurzeln ins Meer vor, so dass man oft gar nicht weiß, wo eigentlich das &#8220;Land&#8221; beginnt. So schlängelten wir uns mit dem Boot durch die Buchten um immer tiefer in die Insel vorzudringen. Irgendwann tauchten Stangen aus dem Wasser auf, die im Abstand von ca. 10 m standen und denen wir folgten. Ich habe unseren Kapitän  gefragt, was das denn sein soll, nachdem Hannah und ich uns keinen Reim aus der Sache machen konnten. Er hat uns dann aufgeklärt, dass das Markierungen der Gas-Pipeline sind, die von Port-Gentil bis nach Libreville verläuft. Nach ca. einstündiger Bootsfahrt kamen wir an einem kleinen Steg an, an dem wir anlegten. Die Reisegruppe (wir waren 9 auf dem Boot) wurde mit dem Gepäck auf zwei Jeeps aufgeteilt und dann ging die Überquerung der Halbinsel auf dem Landweg weiter. Nach ein paar Hütten in der Nähe des Steges, wo Hannah einen Affen vor einer Hütte rumturnen sah, kam eigentlich nur noch Urwald. Für ca. 20 Minuten fuhren wir durch mehr oder weniger dichten Regenwald, der sich aber irgendwie doch immer änderte. Plötzlich tat sich eine Lichtung auf und wir hatten einen tollen Blick über die Savanne, die durch ihr Gras &#8220;goldene&#8221; glänzte. Wir hielten kurz an, als wir den Äquator überquerten, der durch ein kleines Holzschild neben dem Weg gekennzeichnet war. Sowohl der Wald als auch die Savanne waren einfach wunderschön anzusehen. Nach insgesamt ca. 45 minütiger Fahrt kamen wir an der Bungalowsiedlung mit dem Namen Nyonié an.</p>
<p>Wir wurden von Bruno, dem Inhaber begrüßt und erhielten den Schlüssel für unseren Bungalow. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand und dem Mittagessen ging es Nachmittags auf Jeep-Safari. Es war wirklich toll. Wir fuhren kleine Wege durch Wald und Savanne dabei die Natur auf uns wirken. Wir sahen einen einsamen Büffel, der mitten im Nichts der Savanne stand und uns interessiert anschaute. Auf seinem Rücken saßen ein paar Vögel. Später sahen wir noch eine ganze Büffelherde, leider nur von weitem. An Waldrändern entdeckten wir ein paar mal Elefanten, die leider meist zu weit weg waren, um sie mit unserem unprofessionellen Photoequipment festzuhalten. Einem relativ großen Einzelgänger kamen wir ziemlich nah, nachdem unser Fahrer voll Gas auf ihn zu raste, um ihm den Weg abzuschneiden. Ich wusste gar nicht, dass Elefanten so schnell rennen können. Er verschwand dann auch gleich im dichten Wald. Ob solche Aktionen gut für die Tiere ist, ist halt die Frage&#8230; Da merkte man, dass das Ganze hauptsächlich ein Touri-Ding war und unsere Führer keine Park-Ranger waren, sondern einfach einheimische angestellte von Bruno. Auch der Wald war einfach unglaublich. Es herrschte teilweise eine ziemliche Lautstärke. Grillen, Vögel und bestimmt noch viele anderen Tiere veranstalteten ein großes Wettschreien. An jedem großen Baum hingen noch unzählige weitere Pflanzen. Rießige Lianen schlängelten sich an den gigantischen Bäumen hoch. Teilweise hatten diese Lianen einen Durchmesser, der selbst wieder einem kleineren Baumstamm entsprach. Es wurde langsam dunkel und die Abendstimmung im Wald und in der Savanne war sehr schön. Alles wirkte so friedlich, obwohl ja jeder weiß, dass Natur alles andere als friedlich ist. Nach 3 1/2 stündiger Fahrt kamen wir dann wieder in Nyonié an. Es war schon stockfinster geworden. Nach dem Abendessen, bei dem wir uns ein bisschen mit den anderen Leuten, die da waren unterhielten, gingen wir relativ bald ins Bett. Hannah kränkelte etwas und wir wollten am nächsten Morgen die Zu-Fuß-Safari mitmachen. Die sollte um 6 Uhr losgehen.</p>
<p>Am nächsten morgen ging es Hannah nicht wirklich besser und sie entschied sich nicht an der Waldwanderung teilzunehmen. Für die Wandergruppe gab es um 5:30 Uhr ein kleines Frühstück. Dann wurden wir von unserem Führer, mit Gummistiefeln und Machete ausgestattet, abgeholt. Wir liefen ganze 3 Stunden durch den Wald und die Savanne. Leider war unserer Führer eher ein Wegführer als ein Naturführer. Er konnte uns nicht wirklich viel über Flora und Fauna erzählen und war auch sonst nicht so gesprächig. Zu Fuß erlebt man den Wald natürlich nocheinmal ganz anders. Alles wirkt näher und &#8220;echter&#8221;. Den Lärm nimmt man noch viel intensiver wahr, ohne das Motorengeräusch des Jeeps im Hintergrund. Mir tat manchmal schon der Nacken weh vom vielen nach oben schauen. Die Bäume waren einfach gigantisch und man konnte in jeder Höhe irgendetwas entdecken. Leider bewegten wir uns nur auf relativ großen vorgefertigten Wegen und liefen auch viel zu schnell, um einige Sachen zu entdecken. Das fand ich beim Besuch des Lopé Nationalparks deutlich besser. Der &#8220;Guide&#8221;, den Conny, Yannick und ich dort hatten, kannte sich deutlich besser im Wald aus, kannte die Tiere und wusste, wo sie zu suchen waren. Dort liefen wir in 1 1/2 Stunden vielleicht nur 1-2 km, weil wir immer wieder für ein paar Minuten stehen blieben, um zu lauschen und zu sehen. So sah ich leider auf der Nyonié Tour keine Waldelefanten oder Antilopen. Einmal sah ich kurz einen Affen in einer Baumkrone vorbeihuschen. Wir sahen ein paar große Vögel, die über der Savanne kreisten und wir entdeckten auch ein paar Vogelnester, die an Sträuchern hingen, aber auch hierzu konnte unserer Führer uns leider keine Auskunft geben. Die pflanzliche Artenvielfalt war extrem eindrucksvoll. An jedem Gewächs hängen nochmal unzählige andere, die als Symbionten, Parasiten oder  Kommensalen auf diesen leben. Obwohl im Januar die kleine Trockenzeit ist, herrschte im Wald ein unglaublicher Dunst mit sicher nahe an die 100% Luftfeuchtigkeit. So kamen wir nach 3 Stunden völlig verschwitzt und geschafft wieder bei unserer Bungalowsiedlung an. Es war Zeit für das zweite Frühstück mit Hannah.</p>
<p>Nach dem Frühstück haben Hannah und ich eine große Strandwanderung an der Atlantikküste gen Süden unternommen. Was die Strände hier in den Tropen meiner Ansicht nach so wunderschön macht, ist, dass der Regenwald bis an den Strand reicht. Man sieht vom Strand aus diese grüne, dunkle Waldwand Richtung Landesinneren, man selbst steht auf dem schönen, feinen, weißen Sandstrand und auf der anderen Seite erstreckt sich der atlantische Ozean, dem sich bis Brasilien (außer ein paar Inseln) nichts in den Weg stellt. Auf dem Strand lagen immer wieder rießige Baumstämme, die dort angespült wurden. Bevor die Holzstämme in alle Welt verschifft werden, werden sie an Häfen einfach ins Wasser geschmissen und dort gelagert. Manchmal reist sich so ein Riese los und wird irgendwo wieder an Land gespült. Die Holzindustrie macht immer noch einen großen Teil der gabunischen Wirtschaft aus, obwohl das Holz seit den 80er Jahren dem Erdöl als wichtigstes Exportprodukt weichen musste. Trotzdem wird natürlich auch hier noch viel zu viel dieser unglaublichen Natur vernichtet, um der westlichen Welt und zunehmend China (mittlerweile größter Holz- und Erdölabnehmer Gabuns) Rohstoffe zu liefern. Wir liefen ein paar Stunden am Strand entlang, schaukelten an einer Liane, Hannah sammelte Muscheln und wir genossen die frische Atlantikluft.</p>
<p>Nach dem Mittagessen wurden wir mit den Jeeps wieder zum Anlegeplatz des kleinen Bootes gebracht. Auf der Rückfahrt kamen wir in ein unglaubliches Unwetter und kamen so total durchnässt wieder in Libreville an. Die 1 1/2 Tage waren wirklich zu kurz, wir dachten aber gar nicht daran länger zu bleiben und nahmen nicht genug Geld mit, um noch eine Nacht länger zu bleiben. Ein Schnäppchen war das Ganze natürlich nicht&#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am 10.01. sind Hannah und ich nach Lambaréné aufgebrochen. Nach einer schrecklichen 3 1/2 stündigen Clando-(Taxi)-Fahrt zu 4. in einem Jeep hinten drin, der schon für 3 Personen nicht gerade viel Platz bot, kamen wir abends am Albert-Schweitzer-Krankenhaus an. Wir besichtigten noch kurz das kleine Schweitzer Museum, kauften uns am Kiosk etwas zu essen und setzten uns an das Ufer des eindrucksvollen Ogooué Flusses, um die Ruhe dort zu genießen. Am Abend waren wir im Catier Isaac, wo das lambarénésche Nachtleben stattfindet, in einem kleinen Straßenrestaurant essen, in dem ich schon einmal mit Yannick und Conny war. Wir aßen den typischen gegrillten Lambaréné-Fisch, der hier gefischt wird. Danach machten wir uns wieder zum &#8220;Schweitzer&#8221; (Kurzform für Albert-Schweitzer-Krankenhaus) auf. Wir waren von den &#8220;Schweitzern&#8221; (Kurzform für die Leute, die am &#8220;Schweitzer&#8221; arbeiten) zu einer Schokoladen-Party eingeladen worden. Ein paar Schweitzer waren über Weihnachten auf Sao Tome (kleine Insel, aber eigentständiges Land mit Portugiesisch als Landessprache, im Atlantik vor der gabunischen Küste) gewesen und hatten von dort die berühmte Schokolade mitgebracht. Sie haben ein kleines Schokoladenquiz erstellt. Dazu wurde allen die Augen verbunden und nacheinander wurden verschiedene Schokoladen getestet. Anschließend gab es einen Fragebogen, mit dessen Hilfe wir die verschiedenen Schokoladen denn beschreiben mussten. Außer der Sao Tome Schokolade bekamen wir verschiedene andere, eher &#8220;Mainstream&#8221; Schokoladen zum testen.  Man merkts, wie man sich doch an unsere &#8220;normale&#8221; Schokolade gewöhnt hat. So schnitt die teure in Handarbeit hergestellte Sao Tome Schokolade bei vielen am schlechtesten ab. Und Lindt und Nestlé waren bei vielen beliebter. Danach war es eine ganz normale Party. Man unterhielt sich auf Englisch, Deutsch und Französisch, da die Schweitzer ja eine bunt gemischte Gruppe aus aller Welt sind, aß noch ein bisschen Schokolade, trank Wein oder Bier. Nachts wurden wir von Philipp zu unserem Hotel gefahren, das uns Guy, ein Freund von Nhou aus Lambaréné, besorgt hatte. Das Hotel war wirklich eine Katastrophe. Wir hatten eine rießige mehrspurige Ameisenstraße durchs ganze Zimmer und aus dem Abfluss kam eine Riesenkakerlake, die Klimaanlage kannte nur &#8220;ein&#8221; oder &#8220;aus&#8221; und verwandelte auf &#8220;ein&#8221; das Zimmer in einen Kühlschrank, an der Wand hing ein Poster von einer halbnackten Frau mit einem Macker. Naja, man kann sich denken, was das für ein Hotel war. Die zweite Nacht wollten wir also nicht mehr dort verbringen. Also siedelten wir zu den &#8220;Sœurs&#8221; um. Das ist eine Schwesternvereinigung auf der Lambaréné Insel (Lambaréné ist dreigeteilt, mit Vierteln an beiden Ufern des Ogooué Flusses und der Insel im Fluss). Dort war es wirklich wunderschön. Alles war schön angelegt, es war ruhig und sauber. Die Schwestern waren von irgend einer spanischen Mission und wirklich sehr nett. Nach einer Tour über den Markt am Ufer des Ogooué und erneutem Abendessen bei unserer lieben &#8220;Mama&#8221; (Frauen werden hier oft einfach mit &#8220;Mama&#8221; angesprochen) im Catier Isaac waren wir abends bei den Schweitzern zum Filmschauen eingeladen. Am Montag (12.01.) sind wir wieder mit einem Clando zurück nach Libreville gefahren. Leider war die Rückfahrt nicht viel bequemer als die Hinfahrt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Die letzten Tage vor Hannahs Abreise verbrachten wir mit Souvenir-Shopping und Essen ;-)</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am Dienstag (13.01.) hat Claude (meine Nachbarin) für Hannah und mich gabunisch gekocht. Sie kam mit ihrer Schwester und ihrer sehr süßen kleinen Tochter Margaré zu uns rüber. Wir aßen viel zu viel, aber es war auch einfach zu lecker. Es gab Maniokblätter, Auberginengemüse mit gesalzenem Fisch, Reis und Kochbananen. Margaré erkundete immer wieder meine Wohnung und nahm alles in die Hand. Seit ich hier wohne hat sie sich ganz schön entwickelt, spricht jetzt schon ein paar Wörter, wobei sie ständig &#8220;non&#8221; sagt, was wahrscheinlich daran liegt, dass alle immer &#8220;non&#8221; zu ihr sagen. Sie nimmt wirklich alles in die Hand und den Mund und macht auch gerne Sachen kaputt ;-) &#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am Tag darauf waren wir schon wieder zum Essen eingeladen. Wir veranstalteten ein Abschiedsessen auf dem Cap bei Nhou. Es kamen Laurina, Rosny und Elsie. Außerdem waren noch Lino, Eric und Caprise da. Nhou und Caprise hatten gekocht. Auch das war wirklich wieder sehr lecker. Auf der Rückfahrt wurden wir von einem Fahrer von Rosny abgeholt, weil ab 21 Uhr keine Clandos mehr nach Libreville fahren. Die Fahrt war wirklich äußerst grenzwertig. Der Fahrer war eindeutlig betrunken und fuhr auch viel zu schnell. Wir kamen aber gut zu Hause an.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Am 15.01. flog Hannah am Abend wieder nach Deutschland. Wir brachten ihr Gepäck schon früh zum Flughafen und setzten uns dann noch in eine Bar neben dem Flughafen. Dort leisteten uns dann noch Laurina, Harris, Chyna und Carine Gesellschaft. Als wir wieder zum Flughafen kamen, war alles schon geschlossen. obwohl wir noch 45 Minuten vor Abflug da waren. Wir hatten die Zeiten etwas falsch verstanden, man konnte nur bis eine Stunden vor Abflug einchecken und nicht ab einer Stunde vor Abflug, wie wir dachten. Es ging dann noch alles gut aus. Hannah wurde durch den Polizeieingang von einem Air France Mitarbeiter zum Flugzeug gebracht. Als sie weg war, wurde ich gleich von einem Security Typen angequatscht, was ich ihm denn jetzt dafür geben würde, dafür dass er sie noch &#8220;durchgebracht&#8221; habe Diese Korruption überall ist wirklich unglaublich&#8230; Ich habe ihm natürlich nichts gegeben.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>So ging Hannahs Besuch eher spektakulär zu Ende. Die 3 Wochen vergingen sehr schnell. Jetzt sehen wir uns erst im August wieder.</p>
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		<title>Die ersten Tage mit Hannah und Silvester</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 00:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Abend des 26.12. kam die Hannah in Libreville an. Ich hatte eigentlich vor sie alleine abzuholen, damit wir erst einmal ein bisschen Zeit zu zweit verbringen können. Harris und Rosny bestanden aber darauf, sie mit mir in Empfang nehmen zu können. Die beiden halfen uns die aufdringlichen &#8220;Ich trage Ihr Gepäck&#8221;-Leute loszuwerden und verfrachteten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Abend des 26.12. kam die Hannah in Libreville an. Ich hatte eigentlich vor sie alleine abzuholen, damit wir erst einmal ein bisschen Zeit zu zweit verbringen können. Harris und Rosny bestanden aber darauf, sie mit mir in Empfang nehmen zu können.<span id="more-196"></span></p>
<p>Die beiden halfen uns die aufdringlichen &#8220;Ich trage Ihr Gepäck&#8221;-Leute loszuwerden und verfrachteten uns in ein Taxi zu mir nach Hause. An unserem ersten Abend sind wir in einem kleinen gabunischen Restaurant  gemütlich essen gegangen. Hannah merkte, dass Maniok, das Grundnahrungsmittel nicht so nach ihrem geschmack ist, den Rest fand sie aber sehr lecker.</p>
<p>An Hannahs erstem richtigen Tag sind wir zu einem der größten Straßenmärkte gegangen. Das war vielleicht etwas viel &#8220;Culture Shock&#8221;, weil es bei diesen Märkten wirklich ziemlich verrückt zu geht.  Als ich meinen gabunischen Freunden am Abend erzählt habe, dass wir beim alten Gare-Routière-Markt waren, sagten sie, dass das schon heftig sei für den ersten Tag. Die Hannah hat es aber gut verkraftet ;-) . Ich gehe eigentlich relativ selten auf solche Märkte, weil man zum einen unglaublich aufpassen muss, dass einem nicht der Geldbeutel, das Handy oder der Photoapparat geklaut wird, zum anderen die Verkäufer &#8220;Weißen&#8221; gegenüber wirklich sehr aufdringlich sein können. Die meisten Straßenmärkte wurden eigentlich vom Libreviller Bürgermeister verboten und werden auch regelmäßig von der Polizei gestürmt und geräumt. Angeblich wollen sie damit den illegalen Handel eindämmen und die Straßen wieder befahrbarer machen. Richtig funktionieren tut es nicht. Das letze mal wie ich auf dem Gare-Routière war, bestand er aus einem Meer an kleinen aus Holz konstruierten Ständen. All diese Stände waren nun weg, kurz und klein geschlagen und abgebrannt von der Polizei (das stand sogar in der Zeitung). Die Verkäufer kommen trotzdem wieder und handeln nun ihre Waren teilweise einfach auf dem schlammigen Erdboden, Auf Paletten oder auf  Plastikplanen.</p>
<p>Am Abend des 27.12. waren Hannah und ich mit meinen Uni-Freunden und Nhou zusammen in einer Bar und haben dort zu Abend gegessen und uns gut unterhalten.</p>
<p>Am 28.12. sind wir mit der fast gleichen Gruppe an einen der schönen Strände ein bisschen außerhalb von Libreville gefahren. Dort haben wir uns an einer Strandbar niedergelassen, etwas getrunken und die tropische Sonne genossen. Mir ist mal wieder aufgefallen, dass die meisten Gabuner, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, irgendwie &#8220;wasserscheu&#8221; sind. Die wenigsten gehen gerne ins Wasser und viele können auch gar nicth schwimmen, obwohl sie praktisch am Meer wohnen. Hannah und ich genossen den Atlantik sehr. Nahe der Bar konnte Hannah  die ersten afrikanischen Frauen zur Musik mit ihren Hintern wackeln sehen. Das hört sich jetzt komisch an, ich schreibe es aber, weil man hier wirklich sehr anders tanzt als bei uns. Tanzen ist auch irgendwie &#8220;Nationalsport&#8221;. Die Gabuner können sich kaum ruhig halten, wenn irgendwo (afrikanische) Musik läuft. Zufällig haben wir Colbert (Yannicks ältesten Bruder) mit ein paar Freunden am Strand getroffen. So kam Hannah in den &#8220;Genuss&#8221; ein bisschen Palmwein zu pobieren, den die Truppe dabei hatte. Leider hat auch das wieder nicht sooo ihren Geschmack getroffen. Hier muss ich sagen, dass ich weder Maniok noch Palmwein am Anfang besonders mochte, mich aber mit der Zeit daran gewöhnt habe und Palmwein trinke ich mittlerweile ganz gern :-) . Wie schön es an dem Strand war, kann man den Bildern glaube ich ganz gut entnehmen.</p>
<p>Für Silvester wurden im Voraus mal wieder große Pläne geschmiedet und es sollte mal wieder anders kommen als geplant. Hannah und ich endeten auf einer kleinen Party bei Yvan (einem Freund von Colbert). Davor haben wir an einer kleinen Bar auf dem Weg noch ein bisschen was zu trinken gekauft. Die Barkeeperin hatte ein kleines Kind, das die &#8220;Weißen&#8221; erst sehr interessiert anschaute, dann aber von seiner Mutter erschreckt wurde und auf einmal unglaublich Angst vor uns hatte. Bei Yvan angekommen, tranken wir ein paar Régab (gabunisches Bier). Neujahr verpassten wir fast. Dann ging die Bussi- und Beglückwünschungsrunde los. Auf einmal wurde es dunkel. Stromausfall (die häufen sich in letzter Zeit). Da auf der Party eh nicht so der Bär steppte, sind wir dann in die Stadt aufgebrochen, um noch in eine Bar zu gehen. Da gab es dann auch wieder Strom. Die Bar war die heißeste (also von der Temperatur her) in der ich jemals war. Es war unglaublich voll, es wurde getanzt, getrunken und geschwitzt. Nach ein paar erfolglosen Barwechseln endeten wir noch bei irgendeiner Ex-Freundin von Nhou zu Hause. Dort feierten die ganz kleinen Kinder auch noch kräftig mit, obwohl es schon mitten in der Nacht war. Nachdem wir schon alle halb auf der Couch einschliefen, gingen wir dann relativ bald heim. Alles in Allem ein schönes, wenn auch nicht außergewöhnliches Silvester.</p>
<p>Am 01.01. waren Hannah und ich, mit Nhou, Colbert und seiner Freundin bei Tonton Paul (mal wieder ein Onkel von Yannick) eingeladen.Von dem hab ich schonmal was geschrieben. Er ist Gabunchef der Bankengruppe Western-Union und dementsprechen sieht auch sein Haus aus. Dort haben wir den halben Tag verbracht, gegessen, uns unterhalten und im Wohnzimmer getanzt. Tonton Paul hat sich mit irgendeinem teuren Whiskey ziemlich hergerichtet. Hannah und ich fanden es ganz lustig, auch wenn wir mit dem Pascha-artige Wesen von Paul nicht so viel anfangen konnten.</p>
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		<title>Carte de séjour &#8211; ein kleines Weihnachtsgeschenk</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 20:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar Tage vor Weihnachten bekam ich endlich meine Aufenthaltsgenehmigung (carte de séjour) &#8211; was für ein Weihnachtsgeschenk! Hier ein paar Etappen auf dem Weg durch die gabunische Willkürbürokratie, dann ist es vielleicht verständlich warum ich von einem &#8220;Weihnachtsgeschenk&#8221; spreche: alles in allem war ich sage und schreibe 11 mal beim CEDOC (gabunische Einwanderungsbehörde) bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Tage vor Weihnachten bekam ich endlich meine Aufenthaltsgenehmigung (carte de séjour) &#8211; was für ein Weihnachtsgeschenk! Hier ein paar Etappen auf dem Weg durch die gabunische Willkürbürokratie, dann ist es vielleicht verständlich warum ich von einem &#8220;Weihnachtsgeschenk&#8221; spreche:<span id="more-189"></span></p>
<ul>
<li>alles in allem war ich sage und schreibe 11 mal beim CEDOC (gabunische Einwanderungsbehörde)</li>
<li>bei diesen 11 mal musste ich im Schnitt so 2-3 Stunden warten (manchmal auch 4 Stunden)  &#8211; ich habe also mehr als einen Tag (24 Stunden) bei dieser Behörde verbracht</li>
<li>der ganze Spaß hat über 2 Monate gedauert</li>
<li>ich war über einen Monat mit abgelaufenem Visum, sprich &#8220;illegal&#8221; im Land (langsam könnte man glauben ich sei hier auf Rekordjagd: Der erste deutsche Medizinstudent an der Uni, der einzige &#8220;Weiße&#8221; an der medizinischen Uni und jetzt, laut Botschaft der erste Deutsche, der sich illegal in Gabun aufhielt &#8211; hehe)</li>
<li>erst als ich behauptete, dass ich an Weihnachten verreisen wolle und beim &#8220;Chef de service&#8221; und &#8220;Directeur général&#8221; vorgesprochen hatte, ging etwas voran</li>
<li>bei alledem hatte ich zum Glück noch jemanden dabei, der dort arbeitet &#8211; man braucht ja hier immer &#8220;connections&#8221;</li>
</ul>
<p>Ich könnte an dieser Stelle noch einiges erzählen, von der Schikane und den schlechten Arbeitsabläufen dort oder den unfreundlichen, faulen Beamten, aber das spare ich mir jetzt. Jetzt ist ja alles gut&#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Für Weihnachten war eigentlich geplant, dass ich mit Harris, Rosny, Beranger und Carine (alles Freunde von der Uni) eine kleine Tour zu ihren Familien mache. Mir wurde erklärt, dass das hier völlig normal sei, dass man auch an Weihnachten Freunde mit nach Hause bringt. Carines Mutter (die Oma des frisch getauften Babys) fände es wohl sogar komisch, wenn ich an Weihnachten nicht bei ihnen vorbei schauen würde, wo ich sie ja schon kenne und mit Carine befreundet bin. Ich war also schon sehr gespannt. Es war aber noch nicht ganz klar, wann das Ganze stattfinden sollte.</p>
<p>An Heiligabend habe ich die ganze Truppe dann erst mal in die Kirche begleitet. Sie sind alle sehr katholisch, sehr gläubig und sehr aktiv in der Kirche. Alle sind Mitglieder in einer Gebetsgruppe an der Uni, die sich einmal pro Woche trifft, betet und diskutiert. Im Rahmen dieser Treffen hatten sie einen kleinen Film über Abtreibung erstellt und haben diesen dann an Heiligabend in der Kirche gezeigt. Der Film war ziemlich schockierend mit Bildern von toten abgetriebenen Föten, wo man schon mehr oder weniger alles erkennt. Der Gottesdienst war &#8211; von dem Film mal abgesehen &#8211; sehr fröhlich und locker. Es wird hier in der Kirche sehr viel gesungen und die Gemeinde singt auch lautstark mit. Die Predigt beansprucht einen relativ kleinen Platz.</p>
<p>Nach dem Gottesdienst stellte sich dann raus, dass das mit den Familienbesuchen ins Wasser fallen würde. Wir sind dann spontan noch gemütlich was essen und trinken gegangen und haben uns sehr gut unterhalten.</p>
<p>Am 25. fand die Tour durch die Familien dann auch nicht statt. Naja, das ist sozusagen mal wieder &#8220;gabunisch&#8221; gelaufen, sprich, viele tolle Ideen und Vorhaben, aber das Wenigste wird dann leider umgesetzt. Ich fand es aber nicht weiter schlimm, weil ich so am 25. Yannicks Familie in Nzeng Ayong (da wo ich die ersten 2 Monate gewohnt habe) einen Besuch abstattete. Meine Mama hatte ein große Kiste mit Nürnberger Spezialitäten als kleines Dankeschön für die Gastfreundschaft von Yannicks Familie geschickt. Das habe ich dann am 25. übergeben. Sie waren sehr begeistert und fanden alles sehr lecker. Wir haben  Nürnberger Lebkuchen und Heidelbeerglühwein auf der Terasse bei geschätzten 30 ºC genossen &#8211; auch ein Erlebnis. (siehe Bilder)</p>
<p>Ich habe hier echt festgestellt, dass für mich &#8220;unser&#8221; Winter fest zu Weihnachten gehört. Ich kam hier einfach nie richtig in Weihnachtsstimmung. Weihnachten selbst, war dann aber wirklich sehr schön, auch wenn ich auch wirklich gerne zu Hause gewesen wäre.</p>
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		<title>Traditionelle Hochzeit</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 21:26:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gabon]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Woche vor Weihnachten bot sich mir die Gelegenheit einer traditionellen Hochzeit beizuwohnen. Geheiratet hat eine Verwandte aus Yannicks Familie (ich glaube eine Cousine von Nhou, die Familienverhältnisse sind ja oft nicht so genau zu bestimmen). Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet und hatte auch nur kurzfristig eine Einladung von Nhou aufs Cap [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Woche vor Weihnachten bot sich mir die Gelegenheit einer traditionellen Hochzeit beizuwohnen. Geheiratet hat eine Verwandte aus Yannicks Familie (ich glaube eine Cousine von Nhou, die Familienverhältnisse sind ja oft nicht so genau zu bestimmen).</p>
<p><span id="more-184"></span>Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet und hatte auch nur kurzfristig eine Einladung von Nhou aufs Cap bekommen. Ich kam nicht rechtzeitig aus dem Krankenhaus und kam so 1 1/2 Stunden zu spät. Natürlich hatte alles noch gar nicht angefangen und meine Verspätung stellte sich nicht als schlimm heraus.</p>
<p>Es war aber doch schon alles Aufgebaut: Zwei Pavillons standen sich im Abstand von ein paar Metern gegenüber. Darunter standen einige Stuhlreihen. Auf der einen Seite saß die Familie des zukünftigen Ehemanns, auf der anderen die Familie der zukünftigen Ehefrau. Die näheren Verwandten beider Seiten hatten alle die gleichen Hemden bzw. Kleider an, so dass die Seite der Braut ziemlich beige erschien und die Seite des Bräutigams blau.</p>
<p>Dann ging es los. Die Braut verließ das Haus, traditionell bekleidet und mit einem Korbrucksack bepackt. Ihre durchweg weibliche Begleitung legte vor ihr Strohmatten aus, so dass sie nicht auf der Wiese gehen musste. Dazu wurde traditionelle Musik in der Stammessprache (Nzebi) gespielt und alle sangen und klatschten.</p>
<p>Der Einzug der Braut dauerte bestimmt 15 Minuten. Am Schluss tanzte und präsentierte sie sich den beiden Familien zwischen den beiden Pavillons. Dann setzte sie sich ihrem zukünftigen Mann gegenüber vor die erste Stuhlreihe auf einen kleine Schemel. Der Bräutigam saß schon die ganze Zeit mittig in der ersten Reihe und schaute dem ganzen interessiert zu.</p>
<p>Anschließend ergriffen verschiedene Leute das Mikrofon und schwangen Reden auf Nzebi (der Stammessprache beider Familien). Zum Glück hatte ich Nhou neben mir, der &#8220;live&#8221; übersetze  ;-) &#8230;</p>
<p>Verschiedene Familienmitgleider der Braut hielten Lobeshymnen auf diese bevor die Familie des Mannes darauf antwortete. Es ging ein paar mal hin und her. Als letztes ergriffen die beiden Väter das Wort. Zusammenfassend lässt sich der Inhalt dieser Diskussion so beschreiben: Die Familie der Braut lobte diese in den höchsten Tönen und meinte, dass sie unglaublich &#8220;wertvoll&#8221; sei und fragten, was die Familie des Bräutigams bieten könne um diese tolle Braut &#8220;abzukaufen&#8221;. Es wurden alle positiven Eigenschaften hervor gehoben und auch Fakten gebote, wie Bildungsstand und ähnliches. Die Familie des Bräutigams antwortete jeweils darauf, dass sie schon eine tolle Frau sei, aber auch nicht so außergewöhnlich und auch nicht so wertvoll. Nach jeder Rede wurde dem Vater der Braut etwas für seine Tochter &#8220;geboten&#8221;. Dabei handelte es sich bei den &#8220;Geboten&#8221; um wirklich praktische Gegenstände wie Macheten oder Reis, aber auch hochprozentigen Alkohol und Moskitonetze  ;-) . Das Ganze ging dann &#8211; wie gesagt &#8211; ein paar mal hin und her, weil der Vater sich nie mit dem gebotenen zufrieden gab. Am Schluss wurde auch wirklich Geld geboten. Den Entpreis, mit allen Gaben kann man am besten auf den Photos bestaunen. Neben all den praktischen Gegenständen wurden auch ca. 500000 F CFA (ca. 750 Euro) gezahlt, laut Nhou das absolute Minimum.</p>
<p>An dieser Stelle ist wohl eine etwas ausführlichere Erklärung angebracht, weil sich wohl die eine oder der andere denkt: &#8220;Was geht denn mit denen?!&#8221; Hier also ein paar Details und Allgemeines, die ich von Nhou und anderen erfahren habe:</p>
<p>Das Ganze ist geschichtlich so zu verstehen, dass der Nachwuchs und da vor allem die Frauen den Haushalt schmeißen, kochen, sich um die Kinder kümmern und einfach viel in der Familie leisten. Die Familie auf der anderen Seite investiert viel in die Töchter, schickt sie zur Schule und zahlt die Ausbildung oder ein Studium, ernährt sie und versorgt sie finanziell, da sie ja normalerweise nicht arbeitet. Wenn eine Tochter nun heiratet und dann mit ihrem Mann zusammen wohnt geht der Familie also viel verloren. Deshalb muss die Familie der Braut entschädigt werden. Die Höhe der Entschädigung wird vorher grob besprochen und richtet sich natürlich nach dem Einkommen der beiden Familien. Laut Nhou kommt es da aber schon öfters zu Unstimmigkeiten vor der Hochzeit. Wie man sieht mischen sich hier traditionelle Vorstellungen mit eher modernen, z.B., dass die Frauen nicht arbeiten und sich zu Hause um alles kümmern, aber auf der anderen Seite die Bildung als &#8220;Gut&#8221; betrachtet wird und wirklich etwas wert ist.</p>
<p>Nachdem die Braut &#8220;verhökert&#8221; wurde, also beide Seiten auch ihr finanzielles Einverständnis zur Hochzeit gegeben hatten, ist die Braut kurz verschwunden. 5 Minuten später kam sie zurück, jetzt im blauen Outfit der Bräutigamsfamilie. Anschließend durfte jeder dem Paar per &#8220;Bisous&#8221; also Bussis gratulieren.</p>
<p>Danach gab es ein riesiges Buffet und reichlich zu trinken. Dazu lief traditionelle und moderne Musik und es wurde getanzt. Es tanzten wirklich alle von den kleinen Kindern bis zu den Rentnern. Der Spaß wurde nur von einem 20 minütigen Stromausfall und einsetzendem Regen getrübt, aber auch das wurde gabunisch gelöst. Als der Strom weg war, wurden einfach ein paar Autos herangefahren und deren Lichter beleuchteten dann das Geschehen. Ich konnte leider nicht so lange bleiben, weil ich ja noch vom Cap wieder in die Stadt kommen musste und am nächsten Tag auch ins Krankenhaus musste.</p>
<p>Es war mal wieder eine sehr interessante Erfahrung, gerade, wie auch in &#8220;Stadtfamilien&#8221; die tradition weiterlebt.</p>
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		<title>Neurokurs und Burkina Faso</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 18:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dani</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Dezember hatte ich einen zweiwöchigen Neurologie Intensivkurs bei einem Gastprofessor aus Burkina Faso. Dabei hatten wir jeden Tag von 8-12 Uhr Vorlesungen zu verschiedenen Themen. Ich stellte einmal mehr fest, dass es auch hier in Afrika Lehre auf hohem Niveau gibt. Der Professor war sehr kompetent, auch wenn er erzählte, dass vieles von dem, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Dezember hatte ich einen zweiwöchigen Neurologie Intensivkurs bei einem Gastprofessor aus Burkina Faso. Dabei hatten wir jeden Tag von 8-12 Uhr Vorlesungen zu verschiedenen Themen. Ich stellte einmal mehr fest, dass es auch hier in Afrika Lehre auf hohem Niveau gibt. Der Professor war sehr kompetent, auch wenn er erzählte, dass vieles von dem, was er uns beibringt, in Burkina Faso leider nur Theorie ist und gar nicht praktiziert werden kann. Es fehlt dort (wohl noch mehr als hier) an entsprechender Medizintechnik und neue Medikamente sind  für die Menschen einfach zu teuer.<span id="more-170"></span>Bei diesem Kurs ist mir wieder aufgefallen, dass die Schere von &#8220;wir können diese Krankheit beschreiben und erkennen&#8221; und &#8220;wir können diese Krankheit behandeln&#8221; in Afrika noch viel deutlicher auseinander geht als bei uns in Deutschland. Einige Krankheiten lassen sich hier gar nicht mit letzter Sicherheit diagnostizieren, weil z.B. die moderne Bildgebung (MRT) fehlt. Das theoretische Wissen ist aber fast auf dem gleichen Stand, da die Lehrbücher aus Frankreich und Kanada bezogen werden.</p>
<p>Am Anfang hatte ich etwas Probleme den Prof zu verstehen.  Um ehrlich zu sein, dachte ich am Anfang, dass er gar kein Französisch spricht. Burkina Faso liegt ja in West-Afrika. Dort wird zwar auch Französisch gesprochen, jedoch nochmal mit einem ganz anderen Dialekt. Es hört sich wirklich ganz anders an. Nach ein paar Tagen hatte ich mich jedoch an das &#8220;andere&#8221; Französisch gewöhnt.</p>
<p>Am Ende eines Kurstags habe ich mich noch ein bisschen mit ihm unterhalten. Er war schon zweimal in Deutschland auf irgendwelchen Neuro-Konferenzen. Einmal in Hamburg und einmal in Frankfurt/Main. Er fand das deutsche Bier sehr gut und hat mehr oder weniger alle Sorten probiert, die er finden konnte ;-) &#8230; Da mich Neuro ja ziemlich interessiert (und das hat er wohl auch gemerkt), hat er mich dann gefragt, ob ich nicht auch noch ein Praktikum bei ihm im Krankenhaus in Burkina Faso machen möchte. Ohne groß zu überlegen habe ich einfach mal &#8220;ja&#8221; gesagt. Das hörte sich sehr interessant und spannend an und ich fand den Prof auch einfach super.</p>
<p>Naja auf jeden Fall sind die Pläne jetzt schon etwas gereift. Ich habe bei Air France nachgefragt, ob ich meinen Rückflug nach Deutschland auch aus Burkina Faso starten kann. Die haben sich mal wieder sehr unkompliziert gezeigt und meinten, dass sei überhaupt kein Problem, wenn ich rechtzeitig umbuche. Dann habe ich die Botschaft von Burkina Faso in Deutschland angeschrieben, wie es denn mit einem Visum aussieht. Auch das hat sich als unkompliziert erwiesen (in Theorie zumindest, ich hab das Visum ja noch nicht).</p>
<p>So hat sich die Planung meines Jahres hier jetzt etwas geändert. Ich werde wohl schon Anfang Juli Gabun verlassen, mit allem was ich mitnehmen will, nach Burkina Faso reisen und dort dann noch so 1 1/2 Monate in Burkina Faso dran hängen.</p>
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		<title>Lang lang ist&#8217;s her&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 18:14:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sooo. Es ist soweit. Jetzt lasse ich auch hier mal wieder was von mir hören, nachdem der letzte Eintrag schon über einen Monat alt ist. Ich hab mal wieder viel erlebt (mir auch mehr oder weniger fleißig Notizen gemacht) und werde die nächsten Tage über ein &#8220;Ereignis&#8221; nach dem anderen hier schreiben und Bilder hochladen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sooo. Es ist soweit. Jetzt lasse ich auch hier mal wieder was von mir hören, nachdem der letzte Eintrag schon über einen Monat alt ist.</p>
<p>Ich hab mal wieder viel erlebt (mir auch mehr oder weniger fleißig Notizen gemacht) und werde die nächsten Tage über ein &#8220;Ereignis&#8221; nach dem anderen hier schreiben und Bilder hochladen. Ich werde versuchen die einzelnen Einträge etwas kürzer zu halten, damit keinem die Lust am lesen vergeht.</p>
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